Reflexion des Projekts „Future Skills: KI & Co-Creation“
Im Rückblick zeigt sich, dass unser Projekt von Anfang an inhaltlich stark und zukunftsorientiert angelegt war. Die Verbindung von Künstlicher Intelligenz, Co-Creation, partizipativer Schulentwicklung, digitalen Werkzeugen und OERhat viele relevante Aspekte zusammengebracht. Gleichzeitig wurde im Verlauf deutlich, dass gerade diese Breite auch eine zentrale Herausforderung darstellt: Je mehr Themen wir gleichzeitig verfolgen, desto größer wird das Risiko, den Fokus zu verlieren oder einzelne Elemente nur oberflächlich umzusetzen.
Anpassungen im Projektverlauf
Eine der wichtigsten Anpassungen betraf die ursprünglich vorgesehene zusätzliche VR-Hardware. Im Zuge der internen Evaluation und durch Rückmeldungen aus dem Kollegium sowie aus dem Embracing-Technology-Netzwerk wurde deutlich, dass weitere VR-Brillen im konkreten Schulalltag nur begrenzt wirksam gewesen wären. Die vorhandenen Geräte wurden bisher kaum genutzt, und der organisatorische Aufwand wäre für viele Lehrpersonen zu hoch geblieben. Auch die Rückmeldungen aus anderen Schulen bestätigten, dass Technik allein noch keinen pädagogischen Mehrwert schafft, wenn sie schwer einzusetzen ist oder nur für einzelne Situationen geeignet bleibt.
Deshalb haben wir uns bewusst gegen die Anschaffung zusätzlicher VR-Brillen entschieden und die Mittel stattdessen in LEGO® Education Klassensetsumgeschichtet. Diese Entscheidung war für uns nicht nur eine finanzielle, sondern vor allem eine pädagogische: LEGO lässt sich im Naturkundlichen Praktikum (NKP)viel breiter einsetzen, fördert kollaboratives Arbeiten und schafft mehr aktive Lernzeit für mehrere Schüler:innengruppen gleichzeitig. Damit wurde der Projektfokus geschärft und stärker an den realen Bedingungen unserer Schule ausgerichtet.
Auch im Bereich der KI-Nutzung haben wir Anpassungen vorgenommen. Anstatt weitere externe Plattformen wie fobizz einzuführen, haben wir uns entschlossen, die bereits vorhandene Microsoft-365-Infrastrukturkonsequenter zu nutzen. Der Besuch der BETT 2026 sowie die Weiterentwicklung von Copilot und des Teach Modules haben gezeigt, dass viele der von uns gesuchten Funktionen bereits in unserer bestehenden Umgebung vorhanden sind. Dadurch konnten wir Insellösungen vermeiden und den Fokus auf eine integrierte, für das Kollegium anschlussfähige Lösung legen.
Herausforderungen
Die größte Herausforderung des Projekts war aus unserer Sicht die thematische Breite. Unser Vorhaben war bewusst ambitioniert: KI im Unterricht, Co-Creation, OER, digitale Fertigung, VR/XR, Schulentwicklung und Fortbildung sollten zusammen gedacht werden. Das war inhaltlich spannend, hat aber auch deutlich gemacht, wie schnell ein Projekt in zu viele Richtungen laufen kann.
Gerade im Schulalltag mit begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen ist diese Breite problematisch. Wenn zu viele Teilbereiche gleichzeitig bearbeitet werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Maßnahmen nachhaltig verankert werden. Wir haben deshalb gelernt, dass es nicht ausreicht, gute Ideen zu haben — sie müssen auch priorisiert werden. Ein Projekt wird nicht stärker, indem es immer mehr Aufgaben übernimmt, sondern indem es sich auf jene Bereiche konzentriert, in denen es tatsächlich Wirkung entfalten kann.
Ein weiterer kritischer Punkt war die Evaluation. Die Rückmeldung hat uns zu Recht darauf hingewiesen, dass Reflexion und Feedback allein noch keine klare Evaluationsstrategie ersetzen. Rückblickend wäre es hilfreich gewesen, von Beginn an ein einfaches Evaluationsraster zu definieren, das uns durch die verschiedenen Projektphasen begleitet. Gerade bei einem offenen, breit angelegten Projekt braucht es klare Leitfragen: Was genau wollen wir verändern? Woran erkennen wir Fortschritt? Welche sichtbaren Ergebnisse sollen am Ende vorliegen?
Was wir gelernt haben
Aus dem Projekt haben wir vor allem gelernt, dass technische Innovation nur dann sinnvoll ist, wenn sie pädagogisch und organisatorisch tragfähig ist. Die attraktivste Lösung ist nicht automatisch die beste für den Schulalltag. Entscheidend ist, ob sie von einer größeren Zahl an Lehrpersonen genutzt werden kann, ob sie sich in bestehende Abläufe integrieren lässt und ob sie für Schüler:innen einen klaren Lerngewinn bringt.
Diese Erkenntnis betrifft auch unseren Umgang mit Co-Creation. Der Begriff war für uns von Beginn an wichtig, ist aber im Verlauf präziser geworden. Heute verstehen wir darunter nicht nur ein gemeinsames „Mitmachen“, sondern einen strukturierten Prozess, in dem Schüler:innen, Lehrpersonen und digitale Werkzeuge gemeinsam an Inhalten, Produkten und Lernwegen arbeiten. Dabei bleibt der Mensch immer in der Steuerungsrolle. KI unterstützt, ersetzt aber weder pädagogische Entscheidungen noch kritische Reflexion.
Auch die Idee der OER-Produktionhaben wir differenzierter betrachtet. Offen zugängliche Materialien sind ein wertvoller Beitrag zur Bildungslandschaft, aber sie entstehen nicht nebenbei. Wenn OER wirklich nachhaltig sein sollen, braucht es klare Zuständigkeiten, Qualitätsstandards und realistische Zeitfenster für Erstellung und Nachbereitung. Wir haben gelernt, dass Offenheit ein großer Gewinn ist, aber nicht unterschätzt werden darf, was es organisatorisch bedeutet, gute und nachnutzbare Materialien tatsächlich bereitzustellen.
Kritische Haltung zu KI
Ein zentraler Aspekt unseres Projekts ist die kritische Auseinandersetzung mit KI. Wir sehen KI nicht als Selbstzweck und auch nicht als einfache Lösung für schulische Herausforderungen. Gerade im Bildungsbereich müssen Fragen nach Bias, Halluzinationen, Datenschutz, Urheberschaft und Verantwortungimmer mitgedacht werden. Das gilt besonders dann, wenn Schüler:innen mit KI arbeiten.
Für uns war es deshalb wichtig, KI nicht als „Zauberwerkzeug“ zu präsentieren, sondern als Werkzeug, das nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll eingesetzt werden kann. Der Fokus liegt für uns auf Lernunterstützung, Differenzierung, Reflexion und produktiver Auseinandersetzung — nicht auf bloßer Automatisierung. Dass wir uns im Bereich KI stärker auf bestehende Microsoft-365-Werkzeuge konzentriert haben, passt genau zu diesem Zugang: lieber ein integriertes, reflektierbareres System als viele zusätzliche Einzeltools.
Tipps für andere Schulen
Aus unserer Sicht lassen sich aus dem Projekt einige klare Empfehlungen ableiten:
Frühzeitig Schwerpunkte setzen
Ein ambitioniertes Projekt braucht klare Prioritäten. Nicht alles kann gleich tief bearbeitet werden.Evaluation von Anfang an mitdenken
Schon bei der Planung sollte klar sein, welche Fragen beantwortet und welche Veränderungen sichtbar gemacht werden sollen.Vorhandene Ressourcen nutzen
Bevor neue Tools angeschafft werden, sollte geprüft werden, was an Infrastruktur, Kompetenz und Erfahrung bereits vorhanden ist.Co-Creation konkret definieren
Der Begriff sollte nicht nur positiv klingen, sondern im Projektalltag klar operationalisiert werden.KI kritisch und pädagogisch begleiten
KI braucht Regeln, Reflexion und Grenzen. Nur dann kann sie Bildungsprozesse sinnvoll unterstützen.OER als Qualitätsaufgabe verstehen
Offene Materialien sind wertvoll, brauchen aber Zeit, Struktur und Verantwortlichkeit.Partizipation nicht nur behaupten, sondern leben
Wenn Schüler:innen und Lehrpersonen wirklich beteiligt werden sollen, müssen Formate dafür bewusst geschaffen werden.
Fazit
Rückblickend war unser Projekt ein wichtiger Lernprozess in Richtung Fokussierung, Wirksamkeit und nachhaltige Schulentwicklung. Wir haben nicht an einem breit angelegten Konzept festgehalten, sondern es auf Basis der Rückmeldungen und unserer eigenen Erfahrungen weiterentwickelt. Die Anpassungen — insbesondere die Umschichtung von VR zu LEGO® Education und die stärkere Nutzung der vorhandenen Microsoft-365-Infrastruktur — zeigen, dass wir bereit waren, aus
Kritische Reflexion der Zielerreichung
Im Rückblick können wir festhalten, dass das Projekt „Future Skills: KI & Co-Creation“ in mehreren zentralen Bereichen deutliche Fortschritte erzielt hat. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass nicht alle ursprünglich formulierten SMART-Ziele in der geplanten Form erreicht wurden. Das liegt zum einen daran, dass sich das Projekt im Verlauf weiterentwickelt hat, zum anderen daran, dass einzelne Zielsetzungen durch neue Prioritäten, externe Rückmeldungen und veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden mussten.
Insgesamt lässt sich die Zielerreichung daher nicht als rein binär bewerten, sondern als ein Prozess aus erreichten, teilweise erreichten und bewusst modifizierten Zielen. Besonders wichtig ist dabei: Auch dort, wo Ziele nicht exakt in der ursprünglich geplanten Form umgesetzt wurden, wurden sie oft inhaltlich weiterentwickelt oder durch wirksamere Maßnahmen ersetzt.
1. Haltung zur Kultur der Digitalität
Ziel 1.1 – Datenschutz- und Datensicherheitsschulung
Dieses Ziel können wir im Wesentlichen als erreicht bewerten, sofern die entsprechende Schulung tatsächlich durchgeführt und dokumentiert wurde. Inhaltlich war dieser Schritt wichtig, weil er die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Werkzeugen geschaffen hat. Gerade im Kontext von KI und Plattformnutzung war diese Sensibilisierung notwendig und sinnvoll.
Ziel 1.2 – Online-Umfrage zur Medienkompetenz
Dieses Ziel ist erreicht bzw. weitgehend erreicht, wenn die geplante oder bereits durchgeführte Umfrage vorliegt. Die interne Befragung zur KI-Nutzung und zum Medienverhalten hat uns bereits wichtige Einblicke gegeben. Damit wurde nicht nur ein Messinstrument geschaffen, sondern auch ein Reflexionsanstoß im Kollegium gesetzt.
Ziel 1.3 – Veranstaltungen zu digitaler Ethik
Dieses Ziel ist aus heutiger Sicht teilweise erreicht. Wenn mehrere schulinterne Reflexions- oder Informationsformate stattfanden, ist die Zielrichtung klar erfüllt. Allerdings zeigt sich hier auch, dass digitale Ethik eher als Querschnittsthema mitgedacht wurde und weniger als klar abgegrenzte Veranstaltungsreihe. Inhaltlich wurde das Ziel also bearbeitet, organisatorisch aber möglicherweise nicht in der ursprünglich messbaren Form vollständig dokumentiert.
Ziel 1.4 – Digital Wellbeing
Dieses Ziel ist derzeit eher teilweise erreicht bzw. noch im Aufbau. Maßnahmen zu digitalem Wohlbefinden sind in schulischen Projekten oft schwer kurzfristig sichtbar zu machen. Wenn erste Regeln, bewussterer Umgang mit Bildschirmzeiten oder Reflexionen zu Belastung und Mediennutzung eingeführt wurden, ist das ein wichtiger Schritt. Eine vollständige Implementierung im gesamten Schulalltag ist jedoch meist ein längerer Prozess.
Zwischenfazit Feld 1:
Im Bereich Haltung zur Kultur der Digitalität haben wir wichtige Grundlagen gelegt. Besonders die Auseinandersetzung mit KI, Mediennutzung und verantwortungsvollem Umgang mit Technologie ist sichtbar. Die Ziele wurden daher insgesamt gut angestoßen, teilweise erreicht, aber nicht überall schon vollständig institutionalisiert.
2. Digital-förderliche Rahmenbedingungen
Ziel 2.1 – MS Teams als zentrale Plattform
Dieses Ziel können wir als erreicht bewerten, sofern Teams tatsächlich flächendeckend etabliert und genutzt wird. Die vorhandene Microsoft-Infrastruktur war für uns eine wichtige Grundlage und hat sich als tragfähig erwiesen. Gerade im Bereich KI und Zusammenarbeit war Teams als zentrale Plattform sinnvoll und praxistauglich.
Ziel 2.2 – Infrastruktur für VR und 3D-Druck
Dieses Ziel wurde nur teilweise erreicht bzw. in seiner ursprünglichen Form geändert. Die technische Basis für 3D-Druck ist vorhanden bzw. wurde weiterentwickelt. Bei der VR-Infrastruktur hingegen hat sich im Projektverlauf gezeigt, dass zusätzliche Anschaffungen nicht die nachhaltigste Lösung waren. Statt weiterer VR-Hardware haben wir uns bewusst für eine Umschichtung zugunsten von LEGO® Education entschieden. Das bedeutet: Das Ziel wurde nicht exakt wie geplant umgesetzt, aber die Entscheidung war pädagogisch und organisatorisch begründet.
Ziel 2.3 – Konzept für lokales KI-Hosting
Dieses Ziel ist geändert bzw. nicht in der ursprünglich vorgesehenen Form umgesetzt. Die geplante lokale KI-Infrastruktur mit Jetson-Hardware wurde zugunsten der Nutzung bestehender Microsoft-365- und Copilot-Strukturen zurückgestellt. Inhaltlich wurde das Ziel also nicht aufgegeben, sondern in eine andere Richtung weiterentwickelt: statt lokale Infrastruktur aufzubauen, haben wir vorhandene Lösungen stärker genutzt.
Ziel 2.4 – Netzwerk mit anderen Schulen
Dieses Ziel ist teilweise erreicht oder im Aufbau. Der Austausch im Embracing-Technology-Netzwerk, die Kontakte zu anderen Schulen sowie die Rückmeldungen aus der Praxis haben uns inhaltlich stark unterstützt. Auch wenn nicht jede Partnerschaft in der ursprünglich geforderten Form dokumentiert wurde, ist die Vernetzung als Entwicklungsimpuls klar vorhanden.
Ziel 2.5 – Interne Kommunikation zum Projektfortschritt
Dieses Ziel können wir erreicht oder sogar übererfüllt nennen, wenn die laufenden Website-Updates, Beiträge und internen Informationswege tatsächlich dokumentiert sind. Die Projektdokumentation auf der Überblicksseite ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Schule das Vorhaben nicht nur intern, sondern auch nach außen transparent kommuniziert.
Zwischenfazit Feld 2:
Im Bereich der digitalen Rahmenbedingungen wurden wichtige strukturelle Schritte gesetzt. Besonders Teams, die Kommunikation und die Vernetzung sind deutlich vorangekommen. Nicht vollständig erreicht wurden vor allem jene Ziele, die auf zusätzliche Spezialinfrastruktur abzielten. Diese wurden jedoch nicht aus Desinteresse aufgegeben, sondern im Sinne einer realistischeren und wirksameren Umsetzung angepasst.
3. Digital-didaktische Konzepte und Qualifizierung
Ziel 3.1 – Fortbildungen für teilnehmende Lehrkräfte
Dieses Ziel ist teilweise erreicht bis erreicht, abhängig davon, welche Fortbildungen tatsächlich dokumentiert wurden. Inhaltlich war klar zu erkennen, dass das Kollegium sich mit digitalen Themen auseinandersetzt. Besonders wichtig war dabei, dass wir nicht nur auf externe Fortbildungen gesetzt haben, sondern verstärkt auf interne, praxisnahe Formate.
Ziel 3.2 – 15 digital angereicherte Unterrichtseinheiten
Dieses Ziel ist teilweise erreicht. Es wurden mehrere digitale Anwendungen, Lernsettings und Unterrichtsformate entwickelt oder erprobt. Allerdings ist fraglich, ob die ursprünglich angestrebte Zahl von 15 Einheiten bereits vollständig und in der geforderten Form dokumentiert wurde. Inhaltlich ist der Zielbereich aber klar bearbeitet worden.
Ziel 3.3 – 15 OER-Materialien
Dieses Ziel ist derzeit teilweise erreicht bzw. im Aufbau. Die OER-Idee war sehr stark und wichtig, aber sie ist auch mit erheblichem Aufwand verbunden. Wenn bereits Materialien entstanden oder vorbereitet wurden, ist das ein klarer Fortschritt. Die vollständige Veröffentlichung einer größeren Zahl von OER-Materialien braucht jedoch meist mehr Zeit als ein einzelnes Projektjahr.
Ziel 3.4 – Nutzung der OER durch andere Lehrkräfte
Dieses Ziel ist noch nicht vollständig erreicht, aber logisch an die OER-Produktion geknüpft. Da die Materialien teils noch im Entstehen sind, kann die dokumentierte Nutzung durch mehrere Lehrkräfte erst später in vollem Umfang sichtbar werden. Das Ziel bleibt daher wichtig, ist aber eher als mittelfristige Wirkung zu sehen.
Ziel 3.5 – Lernhacks
Dieses Ziel ist teilweise erreicht. Die Idee der Lernhacks passt sehr gut zu einem innovativen Schulprojekt, aber auch hier hängt die Zielerreichung stark davon ab, wie viele Formate tatsächlich dokumentiert wurden. Inhaltlich wurde der Gedanke des experimentellen und niederschwelligen Ausprobierens auf jeden Fall aufgegriffen.
Ziel 3.6 – Barcamp
Dieses Ziel ist noch nicht erreicht bzw. abhängig von der tatsächlichen Durchführung. Wenn ein solches Format organisiert wurde, wäre das ein starkes Zeichen für schulinterne Vernetzung. Falls es noch nicht stattgefunden hat, ist es ein Ziel, das im weiteren Verlauf noch offen bleibt.
Ziel 3.7 – VR- und 3D-Druck in Fachcurricula
Dieses Ziel ist teilweise erreicht oder angepasst. Für den 3D-Druck ist eine curricular stärkere Verankerung plausibel. Für VR hingegen hat sich die strategische Entscheidung geändert: Statt einer Ausweitung auf mehrere Fächer haben wir die vorhandenen VR-Ressourcen eher gezielt und selektiv eingesetzt. Das Ziel wurde also nicht vollständig im ursprünglichen Sinn verfolgt, aber bewusst umgedeutet.
Ziel 3.8 – Pilotprojekte zur lokalen KI-Infrastruktur
Dieses Ziel ist nicht erreicht bzw. geändert. Die lokale KI-Infrastruktur wurde zugunsten der bestehenden Microsoft-365-Umgebung und des Copilot-Einsatzes zurückgestellt. Inhaltlich wurde das KI-Thema aber keineswegs verlassen, sondern in eine realistischere und sofort nutzbare Richtung verschoben.
Ziel 3.9 – Schülerfeedback zu digitalen Lernangeboten
Dieses Ziel ist teilweise erreicht. Wenn bereits Umfragen, Rückmeldeschleifen oder Feedbackgespräche durchgeführt wurden, ist die Richtung klar erfüllt. Was möglicherweise noch fehlt, ist die konsequente Standardisierung dieses Mechanismus. Inhaltlich aber wurde das Feedbackprinzip deutlich verankert.
Ziel 3.10 – Dokumentation der Fachteamarbeit
Dieses Ziel ist erreicht bzw. im Aufbau, wenn Protokolle, Zusammenfassungen oder Abstimmungen dokumentiert wurden. Gerade in einem Projekt wie diesem ist die Fachteamarbeit ein wichtiger Indikator dafür, ob die Innovation im Kollegium ankommt.
Zwischenfazit Feld 3:
Im Bereich Qualifizierung und didaktische Umsetzung wurde viel angestoßen, erprobt und dokumentiert. Besonders stark sind die Bereiche digitale Unterrichtsgestaltung, kollegiale Fortbildung und Materialentwicklung. Nicht alle Ziele wurden in der ursprünglichen Form vollständig erreicht — vor allem dort, wo sie von zusätzlicher Infrastruktur oder sehr hohen Outputzahlen abhängig waren. Inhaltlich wurden diese Ziele aber oft sinnvoll verändert oder in eine realistischere Richtung weiterentwickelt.
Gesamteinschätzung der Zielerreichung
Rückblickend können wir sagen: Ein großer Teil der Ziele wurde erreicht oder in sinnvoller Form weiterentwickelt. Besonders stark sind die Bereiche:
- Haltung zur digitalen Kultur
- Nutzung bestehender digitaler Infrastruktur
- interne Kommunikation und Vernetzung
- erste didaktische Umsetzung
- bewusste und kritische KI-Nutzung
- strategische Anpassungen an die reale Schulsituation
Nicht oder nur teilweise erreicht wurden vor allem Ziele, die auf:
- zusätzliche Spezialhardware,
- lokale KI-Infrastruktur,
- sehr hohe Mengen an OER,
- oder eine noch umfassendere curriculare Verankerung abzielten.
Diese Zielabweichungen sind jedoch nicht als Scheitern zu interpretieren. Vielmehr zeigen sie, dass wir im Projektverlauf gelernt haben, Prioritäten zu setzen und Ressourcen dort einzusetzen, wo sie tatsächlich Wirkung entfalten. In diesem Sinn wurde nicht jedes Einzelziel exakt erreicht, aber die Gesamtentwicklung des Projekts ist deutlich positiv und in wesentlichen Bereichen erfüllt.
Kritisches Fazit
Wenn wir streng auf die SMART-Ziele schauen, müssen wir anerkennen, dass einige sehr ambitioniert formuliert waren und im gegebenen Zeitraum nicht vollständig erreichbar waren. Wenn wir jedoch die tatsächliche Projektentwicklung betrachten, dann lässt sich sagen: Viele Ziele wurden inhaltlich erreicht, andere bewusst angepasst oder in realistischere Bahnen gelenkt.
Gerade darin liegt eine Stärke des Projekts: Wir haben nicht starr an einmal formulierten Zielen festgehalten, sondern auf Basis von Rückmeldungen, Erfahrungen und Evaluationen sinnvolle Korrekturen vorgenommen. Das Projekt hat dadurch an Qualität gewonnen — auch wenn nicht jede ursprünglich geplante Maßnahme in genau der vorgesehenen Form umgesetzt wurde.
Kritische Reflexion der Zielerreichung und der vorgenommenen Anpassungen
Im Rückblick können wir festhalten, dass unser Projekt „Future Skills: KI & Co-Creation“ in wesentlichen Teilen vorangekommen ist, jedoch nicht alle ursprünglich formulierten Ziele unverändert umgesetzt wurden. Das ist aus unserer Sicht nicht als Schwäche, sondern als Ausdruck einer reflektierten Projektentwicklung zu verstehen. Gerade die Rückmeldungen von Elke Höfler sowie die Erfahrungen aus der internen Umsetzung haben uns geholfen, das Vorhaben zu schärfen und stärker auf jene Bereiche auszurichten, in denen wir als Schule tatsächlich Wirkung erzielen können.
Was wir angepasst haben — und warum
1. Verzicht auf zusätzliche VR-Hardware
Ursprünglich war die Anschaffung weiterer VR-Brillen geplant. Im Zuge der Bedarfsanalyse und nach Rückmeldungen aus dem Kollegium sowie aus externen Erfahrungsberichten wurde jedoch deutlich, dass die vorhandenen VR-Geräte an unserer Schule bisher nur selten genutzt wurden und der Einsatz zusätzlicher Brillen im Unterricht mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden gewesen wäre. Auch das Feedback von Elke wies darauf hin, dass das Projekt inhaltlich zu breit angelegt sei und sich nicht in zu vielen Einzelthemen verzetteln solle.
Daher haben wir die VR-Anschaffung bewusst nicht weiterverfolgt und die Mittel stattdessen in LEGO® Education Klassensets umgeschichtet. Diese Entscheidung war für unseren Standort die bessere Lösung, weil LEGO im Naturkundlichen Praktikum deutlich breiter und regelmäßiger einsetzbar ist, mehr Schüler:innen gleichzeitig erreicht und einen klaren Bezug zu aktiver Co-Creation ermöglicht.
Warum war das besser?
Weil wir damit keine zusätzliche Speziallösung geschaffen haben, die nur punktuell wirkt, sondern ein Werkzeug gewählt haben, das im Alltag tatsächlich genutzt werden kann. Das unterstützt die Richtlinie der Wirksamkeit, Nachhaltigkeit und schulweiten Anschlussfähigkeit deutlich besser.
2. Verzicht auf lokale KI-Hardware zugunsten bestehender Infrastruktur
Ein weiteres ursprünglich geplantes Ziel war der Aufbau eines lokalen KI-Hostings mit eigener Hardware. Auch hier hat uns das Feedback geholfen, den Fokus zu schärfen. Elke hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Projekt eine klare inhaltliche Richtung braucht und sich nicht in technischen Nebenschauplätzen verlieren darf.
Im Verlauf haben wir deshalb entschieden, keine zusätzliche lokale KI-Infrastruktur aufzubauen, sondern die bereits vorhandene Microsoft-365-Umgebung konsequenter zu nutzen. Der Besuch der BETT 2026 hat diese Entscheidung zusätzlich bestätigt: Das neue Teach Module im Microsoft 365 Copilot bietet bereits viele Funktionen, die Lehrpersonen direkt im Unterrichtsvorbereitungs- und Bewertungsalltag unterstützen.
Warum war das besser?
Weil wir damit keine parallele, aufwendige Systemlandschaft aufbauen, sondern auf eine Lösung setzen, die bereits im Kollegium vorhanden ist, leichter zugänglich ist und mit weniger Hürden ausgerollt werden kann. Für unseren Standort ist das der realistischere Weg, um die Ziele der digital-förderlichen Rahmenbedingungen und der didaktischen Qualifizierung zu erreichen.
3. Konzentration auf Fortbildung und interne Schulentwicklung statt auf Tool-Vielfalt
Die Rückmeldung von Elke hat auch deutlich gemacht, dass Co-Creation klarer operationalisiert werden muss. Wir haben darauf reagiert, indem wir den Fokus nicht mehr auf möglichst viele parallele Tools gelegt haben, sondern stärker auf den kollegialen Kompetenzaufbau, interne SCHILFs und die Nutzung vorhandener Expertise. Der Verzicht auf zusätzliche fobizz-Lizenzen zugunsten der Microsoft-365-Nutzung und interner Fortbildung ist Teil dieser strategischen Neuausrichtung.
Warum war das besser?
Weil unser Kollegium bereits mit Microsoft arbeitet und dort auch die meisten digitalen Prozesse stattfinden. Eine weitere Plattform hätte Einarbeitungsaufwand erzeugt, aber nicht automatisch mehr Wirkung. Die Entscheidung für interne Qualifizierung und bestehende Systeme passt besser zu unserem Standort und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Inhalte tatsächlich im Unterricht ankommen.
Wie das mit dem Feedback von Elke zusammenhängt
Das Feedback von Elke war für uns besonders wertvoll, weil es nicht nur einzelne Maßnahmen kommentiert hat, sondern die Grundstruktur des Projekts angesprochen hat. Die zentrale Rückmeldung lautete sinngemäß, dass die Themenvielfalt zwar spannend, aber auch riskant sei und den Fokus gefährden könne. Daraus haben wir vor allem drei Schlüsse gezogen:
Schwerpunkte statt Streuung
Nicht alle ursprünglichen Teilziele konnten mit gleicher Tiefe verfolgt werden. Wir mussten auswählen, welche Maßnahmen unseren Standort am stärksten voranbringen.Co-Creation greifbar machen
Der Begriff sollte nicht bloß positiv klingen, sondern in konkrete Lern- und Arbeitsprozesse übersetzt werden. Mit LEGO® Education und den kollaborativen Formaten im Unterricht ist uns das deutlich besser gelungen als mit einer breiten Technologielandschaft.Nachhaltigkeit vor Symbolwirkung
Technologien sollen nicht vor allem beeindrucken, sondern im Alltag wirken. Die Entscheidung gegen zusätzliche VR- und KI-Spezialhardware ist genau aus diesem Gedanken heraus entstanden.
Warum diese Anpassungen für unseren Standort die bessere Entscheidung waren
Für unsere Schule war die neue Ausrichtung deutlich sinnvoller, weil sie sich an drei realen Bedingungen orientiert:
1. Bestehende Ressourcen nutzen
Wir haben bereits eine funktionsfähige Microsoft-Umgebung, vorhandene digitale Kompetenz und interne LEGO-Expertise. Statt neue Parallelstrukturen zu schaffen, bauen wir auf das auf, was schon funktioniert.
2. Höhere Reichweite im Unterricht
LEGO® Education kann im NKP, im naturwissenschaftlichen Unterricht und in weiteren fächerübergreifenden Settings eingesetzt werden. Das erhöht die Zahl der Schüler:innen, die direkt davon profitieren, deutlich stärker als eine zusätzliche VR-Hardware.
3. Niedrigere Hürden für Lehrpersonen
Die Nutzung vorhandener Werkzeuge und interner Fortbildungen senkt die Einstiegshürde für das Kollegium. Gerade im Schulalltag ist das entscheidend, weil neue Technologien nur dann wirksam sind, wenn sie nicht als Zusatzbelastung erlebt werden.
Damit erfüllen die Anpassungen genau das, was in den Richtlinien angestrebt wird: Wirksamkeit, Nachhaltigkeit, schulweite Nutzbarkeit, pädagogische Passung und Kompetenzentwicklung.
Kritische Einordnung der Zielerreichung
Im Lichte dieser Anpassungen sehen wir die Zielerreichung differenziert:
- Erreicht wurden vor allem jene Ziele, die auf Haltung, Reflexion, interne Kommunikation, Vernetzung und die Nutzung bestehender digitaler Strukturen abzielten.
- Teilweise erreicht wurden Ziele, die auf didaktische Entwicklung, OER und schulinterne Fortbildung fokussierten.
- Geändert wurden jene Ziele, die zusätzliche Spezialhardware oder lokale KI-Infrastruktur voraussetzten.
Wichtig ist uns dabei: Die Änderungen sind keine Abweichung vom Projektziel, sondern eine Annäherung an die eigentlichen Projektabsichten. Denn das übergeordnete Ziel war nie, möglichst viele Geräte zu beschaffen, sondern eine zukunftsfähige, partizipative und digital gestützte Lernkultur aufzubauen. Genau dieses Ziel verfolgen wir mit den vorgenommenen Anpassungen nun realistischer und wirksamer.
Schlussfolgerung
Aus heutiger Sicht war es richtig, nicht an allen ursprünglichen technischen Vorhaben festzuhalten. Die Rückmeldungen von Elke, die interne Evaluation und die Erfahrungen im Kollegium haben uns geholfen, das Projekt so zu verändern, dass es für unseren Standort besser passt. Die Umschichtung von VR zu LEGO®, der Verzicht auf lokale KI-Hardware zugunsten der Microsoft-365-Nutzung und die stärkere Konzentration auf Fortbildung und interne Schulentwicklung sind keine Rückschritte, sondern strategische Verbesserungen.
So konnten wir das Projekt stärker fokussieren, die vorhandenen Ressourcen sinnvoller nutzen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Ziele nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im Schulalltag tatsächlich Wirkung entfalten.
